Geistliches Leben – Ein heiliger Lebenswandel

„Wer Unrecht tut, der tue weiter Unrecht, und wer unrein ist, der verunreinige sich weiter, und der Gerechte übe weiter Gerechtigkeit, und der Heilige heilige sich weiter!“ (Offb. 22,11)


Heiligkeit und Heiligung sind zwei eng miteinander verwandte Begriffe und unweigerlich eine Konsequenz aus der Gemeinschaft mit unserem großen Gott.
Heiligkeit: ein Zustand, ein Produkt, vollbrachte Arbeit und Wirken Gottes.
Heiligung: ein kontinuierlicher Prozess.
Die Heiligkeit, von der die Bibel spricht, nimmt in der Wiedergeburt ihren Anfang. Sie ist die Absonderung von dem Weltlichen für Gott. Sie ist das Produkt der Arbeit der Gnade Gottes in uns. Doch aufgepasst: Heiligkeit ist kein Zustand, der hier auf der Erde ihre Endstation erreichen kann. Zu ihrem Zielort ist sie unterwegs mit ihrer ständigen Wegbegleiterin namens „Heiligung“. Sobald sie sich auf ihrem gefahrvollen Weg voneinander trennen, gehen sie beide in die Irre.

Dieser Artikel soll dir folgende Fragen beantworten:

Worin zeigt sich Heiligkeit in einem Menschen?
Wie kann ich mich heiligen?
Wie sehen konkrete Schritte auf dem Weg der Heiligung aus?







Worin zeigt sich Heiligkeit in einem Menschen?

1) Darin, dass er Gott als größten Schatz seines Lebens sucht.


2) Darin, dass er Gott mehr als alles andere liebt, und seinen Nächsten, wie sich selbst.


3) In der praktischen Gerechtigkeit aller unserer Taten. Jesus selbst spricht dazu folgende Worte aus: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht in das Reich der Himmel eingehen.“ (Mt. 5,17-20)


4) In unserem zwischenmenschlichen Umgang. „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist  das Gesetz und die Propheten.“ (Mt. 7,12) Daraus resultiert ebenfalls praktische Selbstverleugnung: „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“ (Mt. 16,24-25)


5) In der Arbeit des Heiligen Geistes, welche sich in uns als Frucht des Geistes zeigt: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ „Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.“ (Gal. 5,22 + 24)

Wie kann ich mich heiligen?

Heiligung bedeutet, in der Liebe zu wachsen und ein aufopferungsvolles Leben zu führen. Heiligkeit besteht aber nicht allein in dem, was wir tun – obwohl wir Werke wirken müssen. Denn ohne den Gehorsam dem Herrn gegenüber ist alles nichts. Heiligung ist schlussendlich die Arbeit des Heiligen Geistes in uns. Wir dürfen in diesem Prozess nicht auf unsere Kraft, unseren Verstand oder unsere Fähigkeiten, sondern allein auf Gott vertrauen. Auch wenn wir allein auf sein Wirken angewiesen sind, dürfen wir nicht untätig sein, sondern tun das, was er von uns fordert. In der folgenden Aufzählung sind einige Prinzipien eines Lebens in Heiligung genannt. Prüfe dich selbst beim Lesen, woran es dir noch mangelt:


1) Heiligung ist das ständige Verbleiben im Vertrauen auf die Gnade Gottes. (1.Petr. 1,13)


2) Ohne Wachsamkeit ist Heiligung nicht möglich. (1.Petr. 1,13; in der russischen Übersetzung finden wir hier das Wort ‚Wachsamkeit‘ statt ‚Nüchternheit‘)


3) Heiligung hängt mit Gehorsam und Nachahmen dem Herrn gegenüber zusammen.


4) Heiligung bedeutet, dass Gott uns von einem eitlen und nichtigen Wandel befreit. (1.Petr. 1,18)


5) Für einen heiligen Wandel brauchen wir die ständige Hinwendung zum Kreuz Christi. „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten; und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.“ (1. Joh. 2,1-2) und „Da nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, hat mit der Sünde abgeschlossen, um die noch verbliebene Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes.“ (1.Petr. 4,1-2)


6) Auf dem Weg zur Heiligkeit sollen wir auf den Geist vertrauen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat. „Die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet seien.“ (1.Petr. 1,20-21)


7) Als allgemeine Grundbedingung eines Lebens mit Gott gilt: Der Glaube an ihn ist deshalb wirksam, weil er auf die Verheißungen und Befehle Gottes gründet.




Konkrete Schritte des Heiligungsprozesses:
–    Vertraue auf Gottes Gnade!
–    Übe dich in der Wachsamkeit und Nüchternheit!
–    Pflege den Gehorsam Gott gegenüber und ahme seinem Sohn Jesus Christus auf Grundlage seiner Lehre nach!
–    Meide ein eitles Leben und fleischliche Gedanken!
–    Wende dich ständig hin zum Kreuz Christi!
–    Vertraue auf den Geist, der Jesus aus den Toten auferweckt hat! Halte deinen Blick ständig auf den Auferstandenen!
–    Vertraue auf Gottes Verheißungen und Befehle, welche wir in seinem Wort finden!


Fassen wir einmal zusammen:


Heiligkeit besteht nicht in dem, was wir tun oder lassen. Sie ist das Werk Gottes in uns. Er selber zieht uns in diesen Prozess. Er fordert zwar etwas von uns, vollbringt die Veränderung aber im Endeffekt selbst. Alles mündet in Ihm.
Das Wort Gottes befiehlt uns, auf dem Weg zur Heiligkeit bestimmte Schritte zu tun (siehe oben). Der Heilige Geist selbst bewegt uns dazu, diese Schritte zu tun. Der Heiligungsprozess besteht darin, dass wir mit Jesus einen Bund eingehen, eine Verbindung, die wortwörtlich so eng ist, dass man von einer Einigkeit mit Jesus sprechen kann. In dieser Einigkeit sind wir mit Jesus der Sünde gekreuzigt und gestorben. Das ist es, was unseren Leib der Sünde entkräftet und uns von der Knechtschaft der Sünde befreit.


Was bedeutet das praktisch?


Diese Befreiung besteht darin, dass die Sünde nun nicht mehr über uns herrschen kann. Das ist ein Werk des Glaubens. Wir kommen durch den Glauben in einen Zustand, in dem wir mit Jesus in seinem Tod verbunden sind. Wir glauben an Jesu Blut, Seine Auferstehung, daran, dass wir durch den Glauben mit Ihm in seinem Tod verbunden sind und nun auf Grund des Glaubens für ihn allein leben. Das zu bekennen und auch zu üben ist eine Glaubenstat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert