„Durch ihn lasst uns nun Gott beständig ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen!“ (Hebr 13,15)
Im Alten Testament war das Lob- bzw. Dankopfer Teil des Friedensopfers. Es war freiwillig und Ausdruck von Dankbarkeit und Gemeinschaft mit Gott. Gleichzeitig stellte Gott klare Anforderungen: Nur wer rein war, durfte daran teilnehmen, und das Opfer durfte mit nichts Unreinem in Berührung kommen (3. Mose 7,19).
Das macht deutlich: Gott stellt auch an unser Lob Ansprüche. Wenn wir Gott durch Lieder, Musik oder Worte loben, soll dies aus einem gereinigten Herzen geschehen. Wer bewusst in unvergebener Sünde lebt und dennoch Gott loben möchte, bringt kein wohlgefälliges Opfer dar. Ebenso soll unser Lob frei von weltlichen Einflüssen bleiben. Ein Lied, das in der Gemeinde gesungen wird, soll sich in Text, Haltung und musikalischem Charakter klar von weltlicher Musik unterscheiden. Christus soll nicht nur erwähnt, sondern eindeutig der Mittelpunkt der Botschaft sein.
Der Vers beginnt mit den Worten „Durch ihn“. Gemeint ist Jesus Christus, der uns durch sein Blut geheiligt hat. Gott nimmt Lob nur an, wenn es durch Christus dargebracht wird. Ein Lobopfer, das aus einem Herzen kommt, das sich selbst als im Grunde gut oder gerecht betrachtet – vielleicht gestützt auf eigene Werke oder Leistung–, verfehlt sein Ziel. Denn nicht unsere Moral, unsere Hingabe oder unser Dienst machen uns vor Gott annehmbar, sondern allein das Opfer Jesu Christi.
„Die Frucht der Lippen“ meint ein klares Bekenntnis: Unsere Hilfe kommt allein von Gott. Wenn wir im Alltag mehr auf Menschen, Erfolg, Geld oder eigene Fähigkeiten vertrauen als auf Gott, widerspricht dies unserem Lob. Unsere Worte sollen widerspiegeln, worauf unser Herz wirklich vertraut.
(((
Die Psalmen Davids zeigen beispielhaft, wie ein Gott wohlgefälliges Lobopfer aussieht. In Psalm 103 richtet David seinen Blick nicht auf sich selbst, sondern stellt Gott in den Mittelpunkt seines Lobes. Er erinnert sich bewusst an Gottes Wohltaten, spricht die Vergebung seiner Sünden an und bekennt, dass alle Hilfe und alle Herrschaft bei Gott liegen. Davids Lob entspringt nicht eigener Stärke oder Gerechtigkeit, sondern einem Herzen, das sich ganz auf Gottes Gnade und Treue verlässt.
)))
So sind wir als Gemeinde aufgerufen, Gott beständig Lob und Dank darzubringen – im gemeinsamen Gesang, in Musikstücken, Gebeten, Gedichten und Predigten. Dabei sollen nicht unsere persönlichen Vorstellungen oder Geschmäcker entscheiden, sondern Gottes Maßstäbe für ein wohlgefälliges Lobopfer.
